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Schmusekurs bei Yahoo und Microsoft

    Di, 14/04/2009 - 12:04 – S.Grönwoldt

    Das Tauziehen in der Internetbranche geht in die nächste Runde: Das Unternehmen Yahoo (CFD-Kürzel: YHOO) und der Softwarekonzern Microsoft (CFD-Kürzel: MSFT) diskutieren zurzeit über die Möglichkeit einer Partnerschaft. Die Führungen beider Unternehmen bestätigten derartige Gespräche und betonten gleichzeitig, dass eine vollständige Übernahme von Yahoo durch Microsoft dabei nicht Gegenstand sei.

    Amerika wird zahmer - und auch in der Internetbranche scheinen Wild-West-Methoden nicht mehr der bevorzugte Weg zum Erfolg zu sein. Noch im Januar 2008 liefen die Eilmeldungen über den Ticker: Microsoft-Chef Steve Ballmer wollte den Internetdienstleister Yahoo schlucken und bot zunächst 31,00 Dollar pro Yahoo-Aktie. Der Börsenkurs stieg daraufhin erwartungsgemäß von 19,00 auf satte 30,00 Dollar. Doch das kalifornische Unternehmen zierte sich und wollte einer Zwangshochzeit trotz des attraktiven und abermals erhöhten Angebots nicht zustimmen. Ballmer lehnte seinerseits öffentlich eine weitere Erhöhung des Angebots ab und drohte, die Übernahmepläne fallen zu lassen.


    Wegweisend für das Web?

    Der für seine Aggressivität und verbalen Ausrutscher bekannte CEO des Software-Riesen hatte in der Vergangenheit mehrfach seine persönliche Abneigung gegen den Marktführer Google zur Schau gestellt. Eine Übernahme der Yahoo-Suchmaschine wäre daher ohne Zweifel auch ein persönlicher Triumph gewesen. Doch sein Auftreten war allzu plump und er verfehlte sein Ziel deutlich. Eine Übernahme erfolgte 2008 nicht. Allerdings scheiterte auch die folgende Kooperation zwischen Yahoo und Google nach wenigen Monaten.

    Derweil ist das Interesse von Microsoft an der jungen Braut keinesfalls vergangen. Immerhin ist Yahoo mit rund 500 Millionen Nutzern weltweit eines der erfolgreichsten und größten Internetportale. Und Microsoft hat seinerseits nach wie vor großen Nachholbedarf, um seine Position im Markt für Onlinewerbung auszubauen.

    Das Jahr 2009 scheint in den USA jedenfalls nicht nur auf politischer Ebene für eine neue Sachlichkeit und (notgedrungene) Bereitschaft zum Dialog zu stehen. Oder ist es etwa der weibliche Charme der neuen Yahoo-Chefin Carol Bartz, der selbst einen Hardliner wie Steve Ballmer gesprächsbereit macht? Die Börse reagierte schon einmal moderat positiv: Am Ostermontag stieg der Kurs der Yahoo-Aktie in New York um rund 5 Prozent.

    Sven Grönwoldt

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