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JP Morgan: Neue Macht im Rohstoffhandel

    Mi, 17/02/2010 - 11:41 – S.Grönwoldt

    Die US-amerikanische Investmentbank JP Morgan (CFD-Kürzel: JPM (US)) zählt zu den größten Gewinnern der Finanz- und Wirtschaftskrise: Bereits im März 2008 konnte das Finanzinstitut mit Unterstützung der US-Notenbank den in die Krise geratenen Rivalen Bear Stearns und einige Monate später die größte US-amerikanische Sparkasse Washington Mutual übernehmen.

    Und 2010 geht der Expansionskurs des New Yorker Bankhauses weiter: In einer aktuellen Pressemeldung verkündet JP Morgan die Übernahme des globalen Öl- und Metall- sowie des europäischen Strom- und Gashandels von RBS Sempra, einem Gemeinschaftsunternehmen der britischen Royal Bank of Scotland (CFD-Kürzel: RBS (UK)) und des US-Versorgers Sempra Energy (CFD-Kürzel: SRE (US)).

    Die Transaktion bedarf noch der Prüfung durch die zuständigen Regulierungsbehörden, soll nach Auskunft von JP Morgan aber bereits im zweiten Quartal 2010 abgeschlossen sein. Der Kaufpreis für die Unternehmensanteile beträgt 1,7 Milliarden US-Dollar. Die mittlerweile zu 84 Prozent verstaatlichte Royal Bank of Scotland erhält von diesem Kaufpreis 47 Prozent und sucht nun gemeinsam mit JP Morgan auch für ihre restlichen Anteile am RBS Sempra-Joint-Venture einen Käufer.


    Die Royal Bank of Scotland zählt zu den großen britischen Krisenopfern

    Derweil steigt die zweitgrößte US-Bank JP Morgan durch den Deal in die oberste Liga des Rohstoffhandels auf, in der bisher die Banken Goldmann Sachs, Morgan Stanley (CFD-Kürzel: MS (US)) und Barclays (CFD-Kürzel: BARC (UK)) das Geschäft dominierten. Blythe Masters, Leiterin der Rohstoffsparte bei JP Morgan, zeigte sich entsprechend erfreut über die neueste Entwicklung: "The skills and relationships they bring will make our Commodities business a true global leader in serving clients."

    JP Morgans Kundenstamm im Rohstoffhandel war bereits durch die Übernahme von Bear Stearns stark gewachsen und wird sich mit den Assets von RBS Sempra nun verdoppeln. Den nordamerikanischen Energiehandel von Sempras wird JP Morgan hingegen nicht übernehmen. Der Grund hierfür dürfte die von der US-Regierung angekündigte Reglementierung des Eigenhandels für US-amerikanische Banken sein.

    Sven Grönwoldt

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