Die Internetkonzerne unter den Aktien-CFDs wachsen auch in der Krise...
Das Internet ist eine Welt für sich. Eine neue Welt, die innerhalb der letzten 15 Jahre rasant gewachsen ist und sich wahrhaftig wie ein riesiges Netz über den Planeten gelegt hat. Seinen Ursprung hat es in einem bereits 1969 gestarteten Projekt des US-Verteidigungsministeriums. Doch heute dient das Internet dem Zweck der friedlichen Kommunikation mehr als jedes andere Medium.
Millionen von Menschen ist es möglich, im Internet zu recherchieren, sich zu informieren und zu kommunizieren. Der Austausch von Informationen ist blitzschnell: Für Wirtschaft, Bildung und Politik eröffnen sich ganze Welten neuer Möglichkeiten. Bewohner ferner Länder können Freundschaft schließen und sich in Sekundenschnelle austauschen, Freunde und Partner per Bildtelefon Kontakt über tausende von Meilen hinweg halten. Online-Petitionen und Umfragen ermöglichen praktizierte Demokratie. In wenigen Jahren hat das Internet mehr für die Völkerverständigung und den Frieden getan, als alle Regierungen zusammen.

Schillerndes, unübersehbares Netzwerk, voll Datenballungen und geheimnisvoller Pfade: Das Internet...
Natürlich birgt das Internet auch seine Gefahren: Viren, die ahnungslose Computer befallen und sie unbemerkt in Zombienetzwerke eingliedern, Kriminelle, die ihre eigenen Netzwerke aufbauen sowie die seltenen Fälle von Menschen, die sich in den Tiefen des Webs verlieren und der realen Welt fernbleiben.
Oftmals jedoch ist es die Furcht vor zuviel Wissensdurst der eigenen Bevölkerung, die Diktaturen dazu treibt, ihre Bewohner vom Internet auszusperren. Videoportale und Community-Foren zeigen die Fehler und Verfehlungen der herrschenden Klassen gnadenlos schnell und direkt der gesamten Welt.
Wir sehen, dass das Internet nach wie vor ein wachsendes Medium ist, eine lebendige, atmende Welt die jeden Tag etwas dazugewinnt. Und für den CFD-Trader eröffnen sich mannigfaltige Möglichkeiten, zusammen mit den jungen Unternehmen zu profitieren, die das Internet nutzen oder mit aufbauen. In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten CFDs der Internetbranche geben, von denen viele 2009 exzellente Performances gezeigt haben.
Mystischer Datenkrake
Kein anderes Unternehmen kann von sich behaupten, so sehr zum Symbol für das Internet und dessen voranschreitende Modernisierung geworden zu sein, wie der omnipräsente US-Konzern Google (CFD-Kürzel: GOOG (US)). Seit Einführung seiner gleichnamigen Plattform zur Eingabe von Suchbegriffen im Jahr 1998 hat sich Google zum unangefochtenen Marktführer der Suchmaschinen entwickelt. Das "googeln" ist zum festen Sprachgebrauch für Internetsuchen geworden, selbst wenn eine andere Plattform benutzt wird. Suchmaschinen gehören elementar zur Nutzung des Internets.
Inzwischen ist das Unternehmen weit über seine bescheidenen Anfangstage hinausgewachsen. Stadtkarten, Weltkarten, Straßenkarten, selbst Planetenkarten - Google umfasst bald die komplette Geografie des Sonnensystems und macht sie für seine Nutzer erforschbar. Internetwerbung im Zusammenhang mit Suchbegriffen spülten Milliarden in die Kassen. Unternehmen von Weltrang richten ihre kompletten Marketingstrategien nach ihrem Suchrang in Google. Wer heute nicht relevant genug ist, um in Googles Suchmaschine schnell gefunden zu werden, riskiert den kommerziellen Abstieg. Die zweite Seite der Suchbegriffe ist einfach nicht gut genug.

Google hilft, sich im Chaos des Internets zurechtzufinden...
Durch seine enorme Präsenz und Vernetzung besitzt Google auch großen Einfluss auf Wirtschaft und Politik. Nicht nur der persönliche Erfolg kann durch Google gefördert werden, denn es finden sich auch schnell schmutzige Geheimnisse oder sensible Daten der gesuchten Personen. Im Google-Zeitalter muss ein jeder höllisch auf die eigene Identität im World Wide Web achtgeben.
Googles Kritiker setzen genau hier das Stemmeisen an: Der Datenkrake Google überwacht uns alle, sieht alles und weiß alles. Die Privatsphäre geriete in Gefahr und ganze Regierungen würden bald nach der Pfeife von Google-Chef Eric Schmidt tanzen.
In manchen Ländern, wie beispielsweise China, wird die Suchmaschine Googles auf Druck des Regimes stark zensiert. Die Chinesen nutzen ohnehin zu großen Teilen die staatlich autorisierte und ebenfalls zensierte Suchmaschine Baidu (CFD-Kürzel: BIDU (US)), die ebenfalls zu den meistaufgerufenen Seiten der Welt gehört.
Die Baidu-Aktie performte im Jahresverlauf sensationell: Seit Dezember 2008 stieg das Papier von knapp 100,00 auf zuletzt sage und schreibe 442,00 Dollar.
Vor Baidu bleibt Google jedoch unbestritten der Marktführer. Durch geschickte Übernahmen verstärkte sich das Unternehmen in den letzten Jahren in den wichtigsten Sparten des Internets.
2007 schnappte Google seinen Konkurrenten Microsoft und Yahoo den Online-Werbenetzwerker DoubleClick für 3,1 Mrd. Dollar vor der Nase weg. Durch zahlreiche kleinere Akquisitionen wie Sicherheitsdienstleister oder Bildspezialisten modernisierten die Amerikaner gezielt ihre eigenen Dienste wie z.B. GoogleEarth oder GoogleMaps.
Das Videoportal YouTube wurde für 1,65 Mrd. Dollar eingekauft, in dem vollen Bewusstsein, dass es Jahre dauern könnte, die kostenlose Community-Seite auf Profit zu trimmen.
Im November 2009 wurde der Internettelefondienstleister Gizmo5 für 30 Mio. Dollar in das Google-Universum eingegliedert. Dessen Technologie soll für das hauseigene Telefonangebot Google Voice genutzt werden.
Für den Bereich Online-Werbung kauft Google jetzt die mobile Werbeplattform AdMob für 750 Mio. Dollar in Aktien - ein weiterer Schritt in Richtung unangreifbarer Werbemacht. Allein im Bereich Bannerwerbung kontrolliert Google schon 80 Prozent des Marktes.
Durch die Entwicklung des benutzerfreundlichen Handybetriebssystems Android wird auch der Mobilfunkmarkt nicht mehr vor Google sicher sein. Touchscreen, innovative Bedienbarkeit und hochauflösende Grafik sind ein Muss für alle neuen Smartphones. Android könnte bestenfalls sogar zum langerwarteten iPhone-Killer avancieren.
Dank der enormen Liquidität von rund 18 Mrd. Dollar hat Google noch reichlich Spielraum, um in großem Stil weiter zu expandieren. Der leichte Umsatzrückgang im Frühjahr (17.4.2009) kann dabei ohne weiteres verkraftet werden.
Großes Aufsehen erregte Googles Plan, Millionen von Büchern zu scannen und im Internet zugänglich zu machen, wobei die Urheberrechte der Autoren geschickt umgangen werden sollten. Mittlerweile schließen die einzelnen Länder seperate Verträge mit Google ab, um die Buchdigitalisierung zu handhaben. Momentan sollen nur Bücher digitalisiert werden, die urheberrechtlich in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien registriert sind. Dazu sollen Verlage und sonstige Rechteinhaber in die Verwertung mit einbezogen werden.
Angst vor Google?
So viel Erfolg und Macht ruft auch Feinde auf den Plan. Während der Tenor der Webgemeinde eher humorvoll meint, dass Google ohnehin schon die Welt beherrsche, lassen sich manche Wettbewerber Googles sogar zu sehr drastischen Äußerungen hinreißen.
So tönte Medientycoon Rupert Murdoch im November 2009 martialisch: "Google ist nicht unsterblich, und gemeinsam können wir sie töten." Die völlig überzogene Drohung wurde noch unterstrichen durch die Ankündigung, Content der Murdoch-Firma News Corp. aus dem Google-Index zu entfernen und sich beispielsweise Microsofts Suchmaschinenprojekt Bing.com zuzuwenden.

Das Netz im Griff von Google? Oder greifen Googles Gegner nach der Marktherrschaft?
Tatsächlich jedoch erscheint es unwahrscheinlich, dass Microsoft bereit wäre, Murdoch die Exklusivrechte abzukaufen. Dazu nutzen Murdoch-Medien wie das Wall Street Journal die Google-Suche derart intensiv, dass eine Abkehr geradezu irreal erscheint. Die meisten Nachrichtenseiten im Netz locken 25 bis 50 Prozent ihrer Leser über Google-Suchen auf ihre Angebote. Mit Microsofts Bing werden maximal fünf Prozent erreicht.
Auch der Vorschlag des Milliardärs Mark Cuban erscheint wie eine Realsatire: Der Besitzer des Basketballteams Dallas Mavericks schlug vor, eine Milliarde Dollar auf Websitebetreiber zu verteilen, um diese zum Verlassen des Google-Index zu bringen.
Internetexperten wiesen sofort darauf hin, dass beispielsweise allgemeinnützige Internetprojekte wie Wikipedia auf eine derartige Bestechung kaum eingehen würden. Dazu müssten manchen Großkonzernen des Webs, wie z.B. EBay enorme Summen gezahlt werden, um die mit einer Google-Partnerschaft verbundenen Vorteile aufzugeben. Eine Milliarde wäre womöglich schon dafür zu wenig.
Zugegeben, respekteinflößend ist der kometenhafte Aufstieg Googles schon. Tatsächlich jedoch stecken Innovation und harte Arbeit hinter dem Erfolg des Suchmaschinenbetreibers. Hinter den Anfeindungen Murdochs und Konsorten versteckt sich der pure Neid.
Als CFD-Trader lässt es sich ohnehin blendend von Google profitieren. Seit Februar 2009, als Google bei 280,00 Dollar notierte, stieg die Aktie kontinuierlich auf zuletzt 575,00 Dollar.
Zoff um die Datenbanken
Wir berichteten bereits im April dieses Jahres (20.4.2009) über die geplante Fusion der US-Unternehmen Oracle (CFD-Kürzel: ORCL (US)) und Sun Microsystems (JAVA (US)). Der Softwareentwickler und Serverbetreiber Sun Microsystems durchlebt seit 2008 die größte Krise seiner Firmengeschichte. Für das Geschäftsjahr 2008 wurde ein Jahresverlust von 2,2 Mrd. Dollar bekanntgegeben.
Trotz seiner Probleme hat das Unternehmen mit der selbstentwickelten Programmiersprache Java und dem 2008 übernommenen Open-Source Datenbankbetreiber MySQL zwei heiße Eisen im Feuer.
Zuerst versuchte der Computerkonzern IBM (CFD-Kürzel: IBM (US)) sich an einer Übernahme. IBM wollte 6,5 Mrd. Dollar aufbieten, doch die Verhandlungen scheiterten Anfang 2009.
Oracle, drittgrößter Softwarehersteller der Welt und Entwickler der gleichnamigen Datenbanksoftware, machte es im April 2009 besser. Für 7,4 Mrd. Dollar soll der Deal über die Bühne gehen. Beide Seiten sind sich einig, auch die US-Behörden genehmigten die Übernahme ohne Einschränkungen.
Doch beide Konzerne haben die Rechnung ohne die EU gemacht. Ihre Fusion wird in Brüssel sehr kritisch gesehen. Da Oracle dank seiner eigenen Datenbanksoftware bereits ein enormes Marktgewicht besitzt und durch die Übernahme auch Suns MySQL erhalten würde, melden die Wettbewerbshüter Bedenken an. Das Zusammengehen der Datenbankgrößen wird sich somit noch weiter verzögern. Im Januar 2010 will die EU-Kommission eine Entscheidung vorlegen.

Sind auch Sie schon zuhause im Web?
Verständlicherweise kommt diese Wendung der Ereignisse in den USA nicht gut an. Oracle verweist auf den OpenSource-Charakter MySQLs, die als quelloffene Software von niemandem kontrolliert wird.
Dabei klammert Oracle jedoch bewusst aus, dass hinter der frei verfügbaren Software ein Distributor steht, der durchaus Geld damit verdienen kann. Sun Microsystems bietet auch eine kommerzielle Version an. Dazu kommt, dass MySQL durschnittlich 35.000 Mal pro Tag heruntergeladen wird und sich über die entsprechenden Internetportale z.B. mit Werbebannern profitieren läßt. Mit über 6 Mio. Downloads ist MySQL sogar die erfolgreichste Open Source Datenbanksoftware der Welt.
Die Bedenken der EU sind also durchaus gerechtfertigt, da Oracle bald in einer Position wäre, MySQL starke Beschränkungen aufzuerlegen, um einen starken Konkurrenten der eigenen kommerziellen Software zu schwächen. Pessimisten fürchten sogar, dass Oracle das Projekt vollständig einstellen könnte.
Dass die Übernahme einen hohen Stellenwert für Oracle hat, beweist auch die Reaktion des Konzerns, welcher der EU-Behörde vorwarf, nichts vom Markt für Datenbanksoftware zu verstehen. Die Antwort aus Brüssel fiel ebenso kühl wie sachlich aus: "Wir haben eine Reihe von Beschwerden von Kunden bekommen und müssen diesen nachgehen."
Was Oracle schadet, könnte dem großen Konkurrenten SAP (CFD-Kürzel: SAP) nützen. Das Walldorfer Unternehmen soll sich den Bedenken angeschlossen haben.
Der Aktienkurs Oracles schwankte in den vergangenen Monaten zwischen 20,00 und 23,00 Dollar. Seit Beginn des Übernahmeverfahrens im April gelang ein Anstieg von damals 17,00 auf zuletzt 22,50 Dollar.
Sun Microsystems sprang zwar im April von 5,00 auf 9,00 Dollar, konnte sich aber seitdem nicht mehr deutlich verbessern. Zuletzt notierte die Aktie bei 8,50 Dollar.
Schalten und walten...
Um die Unmengen von Datenströmen, die im Internet kursieren, verfügbar zu machen und in sinnvolle Bahnen zu lenken, bedarf es zahlreicher technischer Instrumente. Sogenannte Router und Switches fungieren als Weichen, koppeln oder teilen Rechnernetzwerke und sorgen dafür, dass Daten in Sekundenbruchteilen am richtigen Ort landen.
Aktueller Marktführer in der Bereitstellung dieser wichtigen Technologien ist der US-amerikanische Telekommunikationskonzern und Netzwerkausrüster Cisco Systems (CFD-Kürzel: CSCO (US)). Bislang gehörten Konzerne wie Oracle oder IBM (CFD-Kürzel: IBM (US)) zu den Hauptkonkurrenten in diesem Markt.
Das könnte sich jedoch bald ändern, denn mit dem weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard (CFD-Kürzel: HPQ (US)) will ein mächtiger Gegenspieler in den Wettbewerb der Netzwerkausrüster einsteigen.

Krach im Serverraum - Wer kriegt die Datenbanken?
Der Marktanteil von HP beträgt zurzeit bloß knapp ein Prozent. Dieses Verhältnis soll sich bald ändern, denn für fast 3 Mrd. Dollar will HP den Netzwerkspezialisten 3Com übernehmen. 3Com ist besonders attraktiv, da das Unternehmen bereits einigen Einfluss im wichtigen chinesischen Markt gewonnen hat. Seit der Übernahme des Computerdienstleisters EDS für fast 14 Mrd. Dollar im Vorjahr investiert HP erstmals wieder große Summen.
Gleichzeitig ist das Geschäft als Gegenattacke auf Cisco Systems zu verstehen, die Anfang des Jahres begannen, sich im Servermarkt zu engagieren, der zu HPs Domänen gehört. 3Com alleine ist jedoch nicht groß genug, um den Konkurrenten ernsthaft zu bedrohen. Dennoch könnte das Geschäft der Startschuss für weitere Übernahmeaktivitäten seitens HP sein.
Hewlett-Packard notierte noch im März 2009 bei 25,00 Dollar. Seitdem stieg das Papier fast ununterbrochen auf zuletzt gut 50,00 Dollar.
Cisco Systems wiederum greift nicht nur den Servermarkt an, sondern verstärkt sich auch in anderen Branchen. Der norwegische Videokonferenzspezialist Tandberg soll in den Konzern eingegliedert werden. Ein erstes Gebot von 3,07 Mrd. Dollar scheiterte am Widerstand der skandinavischen Aktionäre. Cisco stockte dementsprechend seine Offerte erst kürzlich um 300 Mio. Dollar auf insgesamt 3,39 Mrd. Dollar auf. Dies entspricht gut 19 Mrd. Norwegischen Kronen bzw. 170 Kronen pro Aktie.
In einer umweltbewussten Welt sind Videokonferenzen ein sinnvoller Weg, Reisekosten- und -emissionen zu vermeiden und gleichzeitig Zeit zu sparen. Das moderne Internet ermöglicht gemeinsam mit dem inzwischen erreichten technologischen Stand der Hardware bereits Bildschirmkonferenzen von exzellenter Qualität. Mit Tandberg setzt Cisco auf den Erwerb einer der führenden Experten in diesem Bereich.
Die Cisco-Aktie stieg im Jahresverlauf von 13,60 auf zuletzt gut 24,00 Dollar. Dabei verlief sie in den vergangenen Wochen seitwärts. Womöglich wollen viele Aktionäre abwarten, wie der Tandberg-Poker ausgeht. Auf jeden Fall will Cisco für die Zukunft auf mehrere Pferde setzen und hat sich besonders starke Exemplare ausgesucht.
Wem die Felle wegschwimmen...
Kaum ein Unternehmen war jemals so dominant für die Computerbranche wie der kalifornische IT-Konzern Microsoft (CFD-Kürzel: MSFT (US)). Seit den Anfängen der Heimcomputer haben Bill Gates und seine Mitstreiter Wege bereitet und Brücken gebaut, um das Computerzeitalter möglich zu machen. Dabei gelang es den Technikfanatikern zwar nie, einen Nimbus der Coolness aufzubauen, wie er den Nachbarn Apple Inc. (CFD-Kürzel: AAPL (US)) im Silicon Valley umgibt, doch die solide, umfangreiche Arbeit machte sich bezahlt.
Das Betriebssystem Windows läuft auch 2009 auf gut 93 Prozent aller PCs weltweit. Zwar haben zahlreiche Fehler und Sicherheitslücken auch immer wieder für Negativschlagzeilen gesorgt, doch den meisten Anwendern ist keine vernünftige Alternative bekannt. Auch Windows 7 verkaufte sich vom Fleck weg hervorragend.
Der Internet Explorer ist nach wie vor der am weitesten verbreitete Browser im Internet, gilt unter erfahrenen Usern jedoch keineswegs als Maß der Dinge. Browser wie Mozilla Firefox oder Opera holen dank exzellenter Performance immer weiter auf.
Weniger Erfolg hatten die Kalifornier mit Versuchen auf den Märkten für Mp3-Player (mit dem Modell "Zune") oder für Handybetriebssysteme ("Windows Mobile") Fuß zu fassen. Meist waren die Lösungen nicht benutzerfreundlich und elegant genug für die anspruchsvolle und stilbewusste Zielgruppe.
Ohnehin hat die Macht Microsofts in den letzten zehn Jahren nachgelassen. Mit dem Boom des Internets seit den 90er Jahren haben sich neue Geschäftsfelder aufgetan, neue Möglichkeiten, von denen Microsoft einige verschlafen hat. Vor allem Google ist dabei zu einem echten Antagonisten im Web geworden, da der Suchmaschinenbetreiber den Bereich der Onlinewerbung bereits zu großen Teilen für sich vereinnamt hat.
So wurden im Verlauf des Jahres fortwährend Versuche unternommen, eine Partnerschaft mit einem weiteren Verlierer der jüngsten Entwicklungen im Online-Werbemarkt aufzubauen oder diesen sogar zu übernehmen. Die Rede ist von Internet-Urgestein Yahoo! (CFD-Kürzel: YHOO (US)).

Do you Yahoo? Die Einführung eigener Shops brachte Yahoo auch nicht entscheidend voran...
Zu Beginn des neuen Jahrtausends war Yahoo einer der Big Player für Onlinewerbung, doch mit dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 brachen die Einnahmen massiv weg. Schwere Jahre folgten, auch die Rückkehr von Firmengründer Jerry Yang Mitte 2007 brachte nicht die erhoffte Wende. Die eigene Suchmaschine Yahoo verlor den Kampf gegen Google deutlich.
Immerhin konnte Yahoo sich dem gut 44 Mrd. Dollar schweren Übernahmangebot Microsofts im Februar 2008 entziehen. Viele Experten hielten dies für einen schweren Fehler und sahen Yahoo bereits auf die Insolvenz zulaufen.
Wir bewegen uns auf das Ende des Jahres 2009 zu und Yahoo ist immer noch da. Gut 500 Mio. User machen das Internetportal des Konzerns nach wie vor zu einem der erfolgreichsten seiner Art. Jerry Yang hat den Vorsitz mittlerweile wieder abgegeben und seine Nachfolgerin Carol Bartz scheint bislang ein glücklicheres Händchen für die Unternehmensführung zu besitzen.
Eine Kooperation mit Microsoft scheint inzwischen wahrscheinlicher als erneute Übernahmeverhandlungen. Der gemeinsame Gegner Nummer Eins heißt selbstverständlich Google. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die geplante Koppelung des Algorithmus der Microsoft-Suchmaschine Bing mit allen Yahoo-Seiten.
Yahoo wurde zuletzt aus eigener Kraft aktiv: Anfang November startete die neue Frontpage des Unternehmens mit einer verbesserten Suchmaschine und neuem Design. Yahoo erwägt auch, den Kurznachrichtendienst Twitter in seine Nachrichtensparte einzubinden, worüber ebenfalls bei Microsoft nachgedacht wird. Ob eine Übernahme daraus entsteht, bleibt abzuwarten. Es wäre vorstellbar, dass beide Unternehmen große Summen aufbieten würden, um zu verhindern, dass Google sich auch den derzeit ungemein beliebten Kurzmitteilungsdienst einverleiben kann.
Trotz massiver Sparmaßnahmen rechnet man bei Yahoo weiterhin mit einem Umsatzrückgang von 11 Prozent für das Geschäftsjahr 2009 auf 6,4 Mrd. Dollar. In den kommenden zwei bis drei Jahren sollen die Bruttogewinnmargen jedoch wieder auf 15 bis 20 Prozent steigen.
Die Yahoo-Aktie verbrachte ein wechselvolles Jahr mit teils deutlichen Einbrüchen. Insgesamt konnte sie sich jedoch seit Januar von 11,50 Dollar auf zuletzt 15,50 Dollar verbessern. Eine Empfehlung für diesen Wert lässt sich daraus nicht ableiten, es sieht vielmehr so aus, als würden sich Chancen und Risiken bei Yahoo die Waage halten.
Microsoft lief dagegen ausdauernd bergauf, nicht zuletzt aufgrund der guten Windows 7 Verkaufszahlen. Seit dem Jahrestiefstand bei 15,00 Dollar im Februar 2009 stieg das Papier auf zuletzt 30,00 Dollar.
Marktplatz Internet
Schon früh entdeckten die ersten Internetpioniere die Möglichkeiten, einen riesigen, virtuellen Marktplatz aufzubauen. Mit der fortschreitenden Modernisierung des Webs wuchsen auch die Möglichkeiten: Die Abwicklung von Transaktionen laufen inzwischen genau wie die Suche und Auswahl der Waren kinderleicht ab. Auch die Bezahlung ist meist unkompliziert gestaltet, so dass dem surfenden Kunden auch der spontane Erwerb leicht von der Hand geht.

Viele Wettbewerber suchen den Anschluss im Netz - Doch die Chancen stehen nicht für alle gleich gut...
In seinen Anfangstagen noch belächelt, ist das Online-Kaufhaus Amazon (CFD-Kürzel: AMZN (US)) mittlerweile zum weltgrößten Social-Commerce-Versandhaus mit einem gigantischen Angebot an Büchern, Filmen, Spielen und einem ganzen Universum weiterer, meist elektronischer Titel avanciert.
Unkomplizierte Abwicklung, zuverlässige Lieferzeiten und die riesige Auswahl sind die Trümpfe Amazons. Dazu können auch kleinere Anbieter ihre Ware im Amazon-Shop verkaufen oder gebrauchte Produkte wie auf einem Flohmarkt feilbieten.
Das in Seattle beheimatete Unternehmen, welches seinen Weg als Online-Buchhändler begann, schickt sich mittlwerweile sogar an, das Lesen selbst zu revolutionieren.
Mit seinem E-Bookreader Kindle tat Amazon den ersten Schritt hin zum digitalisierten Buch. Das Nachfolgemodell Kindle II setzt diesen Weg mit enormem Speicherplatz und hohen Kontrastwerten fort und beherrscht seit kurzem auch die Darstellung von PDF-Dateien. Zuvor konnte nur das eigene Format gelesen werden. Wir berichteten bereits Anfang des Jahres über das Gerät (11.2.2009). Bisher findet der Kindle derart viel Anklang, dass Technologiekonzerne wie Sony plötzlich in die ungewohnte Lage geraten, den Eigenentwicklungen eines Onlinehändlers hinterherzulaufen.
Da das Weihnachtsgeschäft für Amazon traditionell für einen krönenden Jahresabschluss sorgt, kommt der aufgemotzte Kindle zum perfekten Zeitpunkt auf den Markt. Die Konkurrenz hat derweil Schwierigkeiten, ihre Lesegeräte rechtzeitig in aureichender Zahl in den Handel zu bekommen.
Konkurrenz die an Amazon heranreicht, gibt es nur bedingt. Aktuell versucht sich der weltgrößte Einzelhandelskonzern Wal-Mart (CFD-Kürzel: WMT (US)) am Aufbau eines vergleichbaren Online-Portals und zettelt einen Preiskrieg gegen Amazon an. Momentan unterbieten die beiden Streithähne sich fast täglich mit ihren Buchpreisen. Zwar zählt Wal-Mart zu den größten Konzernen des Planeten und ist mit gut zwei Millionen Angestellten der größte Arbeitgeber der Welt, doch im Internet hat Amazon klar die Nase vorn. Wal-Mart generiert aktuell nur etwa 3,3 Prozent seines Umsatzes mit Online-Verkäufen.
Während Schriftstellerverbände bereits vor dem fieberhaft geführten Preisduell warnen, dehnen sich die Abschläge bereits auf weitere Produkte wie DvDs aus. Womöglich steckt dahinter auch ein wenig Rachedurst, denn auch Wal-Mart bekam seit Amazons Handel mit Elektrogeräten zusätzliche Konkurrenz.
Der momentane Höhenflug der Amazon-Aktie wird durch den Wettbewerb nicht verlangsamt. Aktuell notiert das Papier bei 133,00 Dollar. Noch im Dezember 2008 hatte Amazon nur bei 39,00 Dollar notiert - 2009 war eine beispielloses Erfolgsjahr für den Onlinehändler.
Ein genialer Geistesblitz begründete die Erfolgsgeschichte von EBay (CFD-Kürzel: EBAY (US)). Die Nutzung des Internets, um Warenauktionen mannigfaltiger Natur ohne örtliche Bindung mit beliebig vielen Teilnehmern abzuhalten, katapultierte das 1995 gegründete Unternehmen blitzschnell zu einem der Lieblinge der Börse empor.
Die Auktionen im Internetflohmarkt EBay waren von Anfang an derart erfolgreich, dass heutzutage sogar tausende Menschen als sogenannte Powerseller ihren Lebensunterhalt mit Warenverkäufen und Auktionen auf EBay bestreiten. Allein in Deutschland verdienen gut 64.000 Menschen ihr tägliches Brot auf der Internetplattform.
Kürzlich gab EBay die vor vier Jahren für 2,6 Mrd. US-Dollar übernommene Internettelefonieplattform zu großen Teilen an eine Investorengruppe ab. EBay behält 30 Prozent der Anteile - für den Rest zahlen die Investoren, darunter auch die Skype-Gründer Zennström und Friis, jetzt 1,9 Mrd. Dollar. Skype ist ein gutes Beispiel für die Innovationen des Internets, was die globale Kommunikation angeht. Mit der Software lässt es sich bequem und vor allem rings um den Globus ohne Zeitverlust (auch mit Webcam) telefonieren und chatten. Gebühren werden z.B. für Anrufe ins Festnetz oder in die Handynetze fällig.

Grosses Angebot für den richtigen Anschluss...
EBay kam dank seiner Größe und der hohen Anzahl der User bislang gut durch die Krise und verspricht sich auch vom diesjährigen Weihnachtsgeschäft hohe Umsätze. Eine vom Unternehmen selbst in Auftrag gegebene Umfrage ergab jüngst, dass die Mehrzahl der Konsumenten sich zu Weihnachten nicht in ihren Ausgaben beschränken wollen.
Seit März 2009 hat sich die EBay-Aktie sehr positiv entwickelt. Von 10,00 Dollar Anfang März stieg sie auf zuletzt 23,50 Dollar. Ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft könnte zum Jahreswechsel zu einem weiteren Schub führen.
Die Arbeitsbienen im Netz
Auch ein Netzwerk wie das Internet benötigt eine physische Infrastruktur, um zu funktionieren. Rechnernetzwerke, Serverfarmen und ein verwirrendes Geflecht von Datenkabeln verteilen sich auf den gesamten Erdball. Nicht alle Verbindungen sind gleichermaßen schnell. Erst seit wenigen Jahren haben Breitbandanschlüsse Einzug in einer großen Zahl von Haushalten gefunden.
QSC (CFD-Kürzel: QSC) ist einer der Internetdienstleister, der diese Netze erhält und betreibt und gleichzeitig Anbieter von Breitbandverbindungen und Servicelösungen ist. Das 1997 gegründete Unternehmen betreibt in Deutschland ein Breitbandnetz mit rund 1.900 Anschlussbereichen, die jeweils Regionen von bis zu fünf Quadratkilometern versorgen. Zum Vergleich: Die viel größere Deutsche Telekom (CFD-Kürzel: DTE) versorgt über ihre Sparte T-Home 7.900 Anschlussbereiche.
Dass sich das Geschäft für QSC auszahlt, belegen die aktuellen Zahlen zum dritten Quartal 2009. Der Überschuss konnte gegenüber dem zweiten Quartal auf 2,1 Mio. Euro verdoppelt werden und erreichte damit wieder das Niveau des Vorjahresquartals. Gleichzeitig stieg der Umsatz von 103,6 Mio. Euro im Vorjahr auf 104,4 Mio. Euro. Die Gewinnsteigerung ergibt sich vor allem aus der Sparpolitik des Unternehmens. Im Jahresverlauf gelang es QSC, seine Nettoschulden von 12,2 Mio. Euro auf 3 Mio. Euro zu reduzieren.

Im Einklang mit der virtuellen Welt dank Wartung und Sicherheit
Im April 2009 hatte sich QSC endgültig aus dem Privatkundengeschäft zurückgezogen, um dem immer heftiger werdenden Preiskrieg aus dem Weg zu gehen. Ein Schritt, der sich mittlerweile auszuzahlen scheint. Damals zählte QSC mit einem Aktienkurs von 0,75 Euro noch zu den Pennystocks, erholte sich aber seitdem auf zuletzt 1,50 Euro.
Ein weiterer Player auf dem Breitbandmarkt ist die Montabaurer Firmengruppe United Internet (CFD-Kürzel: UTDI), die ebenfalls ein starkes drittes Quartal verzeichneten. Der Umsatz stieg von 391,7 Mio. auf 409,1 Mio. Euro, während sich das EBITDA gegenüber dem Vorjahresquartal um 21,5 Prozent auf 95,4 Mio. Euro verbesserte.
Die United Internet-Aktie stieg seit Jahresanfang von 4,50 Euro auf fast 11,00 Euro im Oktober, fiel seitdem aber wieder leicht ab auf zuletzt 9,00 Euro.
Auch die spanische Telekommunikationsgesellschaft Telefónica (CFD-Kürzel: TEF (Sp)) sollte nicht außer Acht gelassen werden. Wir berichteten im September (LINK 2.9.2009) über die Aufgabe der Méditel-Anteile Telefónicas.
Die Spanier scheinen aktuell ihre langfristige Expansionstrategie neu zu sortieren: Nach dem Scheitern der Übernahme des brasilianischen Telekomkomkurrenten GVT will Telefónica sich nicht mehr weiter um südamerikanische Übernahmen bemühen. Dafür scheint es, als würde sich eine Akquisition auf dem Heimatmarkt anbahnen. Telefónica soll demnach ein Auge auf den Medienkonzern Prisa (CFD-Kürzel: PRS (Sp)) geworfen haben, dem auch diverse Radio- und Fernsehsender sowie die auflagenstarke Zeitungen El Pais und Cinco Dias gehören. Da Prisa hoch verschuldet ist, könnte Telefónica leichtes Spiel haben. Momentan wird jedoch nur eine Beteiligung von etwa 20 Prozent angestrebt.
Telefónica verbrachte insgesamt ein recht erfolgreiches Jahr. Zumindest die Aktie stieg seit Februar von 13,50 Euro auf zuletzt 19,50 Euro.
Mit dem US-Konzern Akamai (CFD-Kürzel: AKAM (US)) befindet sich einer der weltgrößten Spezialisten für die Lastverteilung von Netzinhalten und die Beschleunigung von Netzanwendungen unter unseren CFD-Werten. Das 1998 in Massachusetts gegründete Unternehmen verfügt über 40.000 Server in 70 Ländern. Viele Internetfirmen wie auch Yahoo oder EBay gehören zu Akamais Kunden.
Die Amerikaner mussten aufgrund gestiegener Eigenkosten Abschläge im dritten Quartal 2009 verkraften. Zwar stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 206,5 Mio. Dollar, doch der Nettogewinn ging um zwei Prozent auf 32,7 Mio. Dollar zurück. Da jedoch die Anzahl der Servicekunden um acht Prozent auf 3.031 Kontrakte gesteigert werden konnte, kann Akamai recht zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Des Weiteren kaufte Akamai im dritten Quartal gut zwei Millionen eigene Aktien zu durchschnittlich 18,41 Dollar pro Aktie zurück und investierte damit über 36 Mio. Dollar in das eigene Geschäft.
Im Jahresverlauf entwickelte sich Akamai bis auf einen Rücksetzer im Herbst gut, die Aktie stieg seit Februar insgesamt von 11,50 auf zuletzt 24,50 Dollar.
Fazit
Was ist das Internet? Die Beantwortung dieser Frage könnte ganze philosophische Bibliotheken füllen, da wir es mit einem schwer greifbaren, ständig wachsenden Gebilde zu tun haben. Fakt ist, dass das Internet dem CFD-Trader ungeahnte Profitmöglichkeiten bietet, da es sich tatsächlich um einen der größten Wachstumsmärkte der Welt handelt.
Wir haben gesehen, dass die meisten vorgestellten Werte trotz Wirtschaftskrise ein starkes Jahr 2009 verbracht hatten. Für die Internethändler wie Amazon und EBay steht die wichtigste Zeit - das Weihnachtsgeschäft - sogar noch aus.

Das Internet: Ein Netzwerk von Menschen mit Menschen für Menschen...
Wer hoch steigt, fällt auch wieder runter: In den kommenden Monaten dürfte es bei vielen Internetkonzernen zu Korrekturen und Gewinnmitnahmen kommen. Langfristig haben viele der Unternehmen jedoch nach wie vor enormes Potential und werden ihre Erfolgsstory weiterschreiben.
Ein gnadenloser Konkurrenzkampf beginnt erneut das Internet zu durchdringen: Attacken wie Rupert Murdoch sie auf Google reiten will oder die monatelangen Übernahmestreitigkeiten zwischen Microsoft und Yahoo machen sehr deutlich, dass die romantischen Zeiten der Internet-Startups, von denen nur wenige das Platzen der Dotcom-Blase im März 2000 überlebt haben, endgültig vorbei sind.
Matthias Protzel






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